Die Trendfolgestrategie für binäre Optionen

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Trendfolge gehört zu den klassischen Strategien im Trading. Damit ist gemeint, dass man in der Regel mindestens mittel-bis langfristig einem Trend in einer Kursbewegung folgt. Daher hängt der Erfolg dieser Strategie vor allem davon ab, wie lange man an diesen Trend partizipiert, also wann der richtig getimte Einstieg erfolgt ist. So früh wie möglich, gilt für die meisten Produkte, denn der Gewinn hängt davon ab wie lange man im Trend ist.

Bei binären Optionen ist es etwas anders. Man kann einen Trend ausnutzen, es ist aber nicht so wichtig wie lange man mit seiner Position am Trend teilnimmt. Bei binären Optionen ist nur die richtige Richtung wichtig und natürlich das Timing sowie die Laufzeit der Option. Schaut man genauer hin, so besteht ein Kursverlauf immer aus Trends. Jede andre Strategie ist also im Grunde genommen Trendhandel, nur nicht immer in dem Sinne, dass man einem Trend folgt.

In der Markttechnik werden diese Trends deutlich sichtbar. Die Technik der Trendfolge wird daher nicht nur im langfristigen Anlegen genutzt, sondern auch im Kurzfrist-Trading. Die Idee ist hier weniger die fundamentale Bewertung, sondern die Price Action (starke Kursbewegungen), die dadurch entsteht, dass immer mehr Trader auf den kurzfristigen Trend aufsteigen wollen. So ähnlich wie die Erwartungen bei einer langfristigen Anlagestrategie.

So sehen Trends aus

Trends weisen eine richtungsweisende Tendenz auf. Ein Trend verläuft allerdings nie beständig, sondern wellenartig. Das liegt daran, dass dahinter mal minder mal mehr Nachfrage steckt. Man unterscheidet daher zwischen Bullen- und Bärentrends, Hausse- oder Baissephase oder schlicht und einfach zwischen steigenden und fallenden Trends.

Trend 1

Abb. Aufwärts- und Abwärtstrends

 

Dabei kann zwischen großen und kleinen Trends unterschieden werden. Große Bullentrends verlaufen in Form stark steigender Preisschübe. Die Korrekturen stellen dabei die kleinen Trends innerhalb der großen Trends dar, die im Übrigen auch für den Kontratrend-Handel genutzt werden. Bei Bärentrends sind die fallenden Schübe in der Regel länger als die bullishen Korrekturen.

So identifiziert man Trends für Binäre Optionen

Bei der Identifikation von Trends sind den Markttechnikern keine Grenzen gesetzt. Erfahrene Händler arbeiten mit der Zeit ihre eigenen Analysemethoden heraus, mit denen sie sich sicher und erfolgreich fühlen. Es gibt dennoch einige grundlegende Methoden, die besonders Anfängern eine Hilfestellung geben sollen. So ist es eine gängige Methode, dass ein Trend durch mehrere Tiefs bzw. Hochs bestätigt werden sollte.

 

Trendbestätigung

Abb. Trendbestätigungen

 

Das obere Chart des DAX-Index macht deutlich, dass es keinen Idealfall gibt. Der Händler muss den Trend nach Belieben festlegen. Allgemein gilt jedoch, je mehr Tiefs als Unterstützung halten, umso stärker ist der Trend. Bei Bärenmärkten gilt der umgekehrte Fall. Je mehr Hochs als Widerstand halten, umso stärker ist der Bärentrend.

In der Praxis wird oft die Meinung vertreten, dass der Bullentrend durch mindestens drei Tiefpunkte und der Bärentrend durch drei Hochs bestätigt werden sollte. Schaut man sich das Chart an, so wird ebenfalls erkennbar, dass der Trend dann schon in vielen Fällen sehr weit fortgeschritten ist. Dieser Theorie nach, hätte man die beiden ersten großen Bullentrends verpasst.

Trends kann man aber auch mit Hilfe von Indikatoren identifizieren wie etwa den gleitenden Durchschnitten oder dem MACD-Indikator.

 

Trend 3

Abb. Indikatoren gleitender Durchschnitt Mund ACD-Indikator

 

Wie man sieht neigen gleitende Durchschnitte jedoch zur extremen Ungenauigkeit. Der Kurs schießt in der Regel sehr weit unter die Durchschnitte, was aber nicht zwingend heißen muss, dass der Trend nun zu Ende ist. Dennoch, sofern sich der Kurs weit oberhalb der Durchschnitte befindet, kann auf eine gute Stärke des Trends geschlossen werden. Zusätzlich zur Trenderkennung verwenden viele Händler die sogenannten Filterindikatoren um beispielsweise die Stärke eines Trends zu erkennen. Warum ist das so wichtig?

Da man eine Trendentstehung mit den gängigen Analysemethoden entweder schwer oder erst spät identifizieren kann, ist das Timing enorm wichtig um möglichst viel vom Trend mitzunehmen bzw. sowenig wie möglich vom Gewinn abzugeben. Der RSI-Indikator bietet eine gute Hilfe bei der Identifikation von Schwäche oder Stärke in einem Trend. So weisen Divergenzen zwischen dem Indikator und dem Kurs auf eine Abschwächung im Trend hin, während eine RSI-Bestätigung die Stärke in dem Trend bestätigt.

 

Trend 4

Abb. Der RSI Indikator

 

Nehmen wir den aktuellen Kurs des DAX-Index, so können wir im Chart mehrere RSI-Divergenzen und -Bestätigungen identifizieren. Die erste Divergenz war ein sehr guter Signalgeber, denn sie hat gut angezeigt, dass sich der Aufwärtstrend abschwächt. Kurze Zeit später ging der Trend in einen fallenden Trend über. Mit Hilfe des RSI-Indikators konnte man sich also sehr früh aus der Position verabschieden. Da man aber mit binären Optionen feste Laufzeiten hat, ist der Ausstieg nicht so relevant. Hilfreich wäre der Indikator daher in den Fällen, wenn man nach einer Richtung sucht und in diesem Fall hätte die RSI-Divergenz nach unten gezeigt. Strategien für die Trendfolge Auf Grundlage der oben beschriebenen Methoden, kann eine simple Strategie in etwa durch die folgenden Schritte aufgebaut werden:

1. Trend identifizieren

2. Einstiegspreis definieren

Wir legen daraufhin die folgenden Handelsregeln fest:

  • Ein Trend besteht dann, wenn der Kurs sich ober- oder unterhalb des 200er gleitenden Durchschnittes auf Tagesbasis befindet.
  • Der Einstieg erfolgt, wenn der RSI Indikator die Trendausbildung bestätigt hat oder eine Divergenz anzeigt.

 

Trend 5

Abb. Die Trendfolgestrategie in der Praxis

 

Gehen wir nach den fest definierten Regeln, können wir zwei Fälle identifizieren bei denen das funktioniert hätte. Im ersten Fall hätten wir die 200 er Moving Average als Unterstützung. Eine RSI-Divergenz deutete darauf hin, dass die Unterstützung halten würde, sodass man sich für den Kauf einer Call-Option vorbereiten könnte. Der Kauf selbst konnte ein bis zwei Tage später erfolgen. Mit einer Laufzeit von einem bis zwei Tagen, wäre die Option mit Sicherheit „in the money“ gelandet.

Im zweiten Fall befindet sich der Kurs bereits unter der 200 er MA. Die Bestätigung des RSI-Indikators zeigt an, dass die Moving-Average als Widerstand halten sollte. Und tatsächlich gibt der DAX-Index Kurs kurze Zeit später stark nach. Auch hier hätte man gut mit Put-Optionen mit einer Laufzeit von ein bis zwei Tagen agieren können.

Kurzfristige Trendfolgestrategien für Binäre Optionen

Bei der kurzfristigen Strategie werden keine Tages-oder Wochenkerzencharts gehandelt, sondern 15 Minuten Kerzen betrachtet. Folgende Regeln können wir zunächst einmal definieren.

  • Der Einstieg erfolgt, wenn sich ein Top bzw. Boden gebildet hat und der Trend durch zwei Tiefs bzw. Hochs bestätigt wurde.
  • Ein Boden bzw. Top wird entweder durch eine Schulter-Kopf-Schulter Formation, einem Doppel-Top (zwei Hochs).
  • Der Kurs muss für Put-Optionen unter den drei kurzfristigen Durchschnitten liegen. Dabei muss der längste (Gold 30er) oberhalb der anderen beiden liegen.
  • Ausstieg erfolgt nach einer bestimmten Zeit (bei binären Optionen) oder erzielten Punkteanzahl