Binäre Optionen Charts analysieren

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Binäre Optionen werden mit kurzen bis ultrakurzen Laufzeiten gehandelt. Deshalb kann nur die Technische Analyse eine sinnvolle Entscheidungsbasis darstellen. Doch welche Chartmuster sind für den Handelsalltag praxistauglich und zugleich aussagekräftig genug?

Die größte Problemstellung im Handel mit digitalen Optionen ist die sehr hohe Präzision, die aufgrund der kurzen Laufzeiten erforderlich ist. Bei Kontraktlaufzeiten von selten mehr als einer Woche reicht es nicht, den übergeordneten Trend im Markt richtig zu identifizieren und in seine Richtung zu handeln.

Trends und Korrekturen richtig handeln

chartnachobenEs kommt darauf an, den für die gehandelte Laufzeit relevanten Trend zu handeln. Die Technische Analyse unterscheidet primäre, sekundäre und tertiäre Trends, wobei primäre Trendphasen den größten und tertiäre Trends den kleinsten Zeithorizont aufweisen. Für den Handel mit binären Optionen sind tertiäre und Sekundärtrends am wichtigsten.

Dennoch sollte zunächst der primäre Trend bestimmt werden. Dies ist Mittels Trendlinien und Trendkanälen einfach möglich. Zeigt der primäre Trend aufwärts, finden sich innerhalb des Trendkanals diverse sekundäre, gegen den Primärtrend gerichtete Trends. Dabei handelt es sich um die Korrekturen des Trends. Auch innerhalb der Korrekturen finden Korrekturen statt – auf tertiärer Trendebene.

Die Wahrscheinlichkeit einer Marktbewegung einschätzen

Befindet sich der Markt in der Nähe seiner primären Trenlinie ist die Interpretation relativ einfach: Der Markt wird mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit seine Bewegung in Trendrichtung fortsetzen. Deutlich schwieriger ist eine Aussage wenn sich der Markt in der Mitte seines Trendkanals befindet. Für die kurzfristige Prognose sind dann horizontale Widerstände und Unterstützungen innerhalb des Kanals relevant.

chart downDabei ist zu berücksichtigen, dass jedes vorangegangene Hoch und jedes vorangegangene Tief prinzipiell eine Unterstützung bzw. einen Widerstand darstellt. Notwendig ist ein Blick auf das Verhalten des Marktes innerhalb des Trends in der Vergangenheit. Kam es an vorangegangen Hochs und Tiefs innerhalb des Trendkanals zu kurzfristigen Umkehrbewegungen oder nicht? Mit anderen Worten: Ist der Markt bei Bewegungen innerhalb des Trendkanals häufiger zweimal am selben Kursniveau umgekehrt? Falls ja, ist dies mit einer großen Wahrscheinlichkeit auch in der Zukunft der Fall.

Volumen und Volatilität beachten

Das Handelsvolumen (das durch die großen Börsenplätze veröffentlicht wird) und die Volatilität dürfen bei der Betrachtung von Binäre Optionen Charts keinesfalls vernachlässigt werden. Viele auf Digitaloptionen spezialisierte Broker stellen ihren Kunden diese Information zwar nicht zur Verfügung – sie lassen sich aber leicht an dritter Stelle einholen.

erfolgreichIn einer Korrekturphase gegen den primären Trend sollte das Handelsvolumen sukzessive abnehmen. Dasselbe gilt für die Volatilität. Häufig endet eine Korrektur irgendwo innerhalb des Trendkanals über einer Unterstützung, kurz nachdem das Handelsvolumen und die Volatilität zurückgegangen sind. Die nachlassende Volatilität ist im Char an kleinen, impulslosen Kerzen zu erkennen. Hier bietet sich die Eröffnung einer Longposition an.

Analyse des gesamten Marktes

Die meisten Märkte sind mit anderen Märkten hoch korreliert. Deshalb macht es keinen Sinn nur einen Einzeltitel ausführlich zu analysieren und die Entwicklung des Gesamtmarktes ganz außen vor zu lassen. Häufig folgen die Kurse bestimmter Aktien der Entwicklung des Gesamtmarktes mit einigen Stunden oder Tagen Verzögerung. Setzt der Gesamtmarkt nach einer Korrektur seinen übergeordneten Trend wieder fort ist das dann auch für diese Papiere wahrscheinlich.

chart lupeNeben der Analyse von Trends sind Chartformationen für die Analyse der Finanzmärkte von entscheidender Bedeutung. Das gilt auch im Handel mit binären Optionen. Chartformationen können einen bestehenden Trend bestätigen oder seine Umkehr andeuten. Bei einigen Formationen ist Implikation sehr deutlich: Die obere Schulter-Kopf-Schulter-Formation leitet zumindest in der Lehrbuchdefinition eine Trendumkehr ein und identifiziert zugleich charttechnische Kursziele.

Was Kursformationen über den Trend verraten

Sehr viel weniger eindeutig sind Rechtecke, die im Jargon häufig auch als Trading Range bezeichnet werden. Läuft der Markt nach einem Aufwärtstrend in einer Rechtecksformation fort kann diese den Trend bestätigen, wenn der Ausbruch nach oben erfolgt. Erfolgt dagegen ein Ausbruch nach unten handelt es sich zumeist um eine Trendumkehr oder zumindest den Beginn einer längeren Konsolidierung.